Prag stadtfuehrer

Prag liegt zentral im westlichen Tschechien an der Moldau. Ein Großteil der Stadt liegt in einem weiten Tal entlang der Moldau, die das Stadtgebiet auf 30 Kilometer Länge durchfließt und im Nordteil eine große Schleife bildet. Am südlichen Bogen dieser Schleife liegt das historische Stadtzentrum, beherrscht von den beiden Burgbergen im Norden (Opyš beziehungsweise Hradschin) und Süden (Vyšehrad). Der Rest verteilt sich auf weitere das Tal umgebende Hügel: Letná, Vítkov, Větrov, Skalka, Emauzy, Karlov und den höchsten von ihnen, den Petřín. Durch die Eingemeindungen vornehmlich im 20. Jahrhundert dehnt sich das Stadtgebiet nun auch weit in die Prager Hochfläche (Pražská plošina) hinein aus.

Seit dem Mittelalter wurde sie zu den schönsten Städten der Welt gezählt und bekam die Attribute „goldene Stadt“, „hunderttürmige Stadt“, „Krone der Welt“, „Steintraum“. In mehreren Jahrzehnten huldigten der Stadt wichtige Persönlichkeiten. Ihre  Bewunderung  haben auch W. A. Mozart, L. van Beethoven, G. Apollinaire, P. I. Tschaikowsky, F. M. Dostojewski, A. Rodin, O. Kokoschka und die britische Königin Elisabeth II. oder der Papst Jan Pavel II. u.a. eingestanden. Einzelne Teile der Stadt, Malá Strana, Hradčany, Staré und Nové Město wurden seit dem 11. Jhd. erbaut.

Neben der Prager Burg (Pražský hrad) mit dem St. Veitsdom (katedrála Sv. Víta) und der Karlsbrücke (Karlův most) wurden hier viele Kirchen und Paläste gebaut, die einen einzigartigen Komplex des architektonischen, künstlerischen und geistigen Reichtums bilden. Die Prager Burg stellt den schönsten Burgkomplex in der Tschechischen Republik dar. Sie befindet sich im Herzen der Hauptstadt Prag. Die Prager Burg ist ein Lehrbuch der Architekturstile, Begräbnisstätte der böhmischen Fürsten und Könige und zu guter letzt auch Sitz der Kanzlei des Präsidenten. Die Burg wurde um 880 durch den Fürst Bořivoj gegründet. Schon mehr als 11 Jahrzehnte stellt sie den Sitz der Fürsten, Könige und seit 1918 der Kanzlei des Präsidenten dar.

Das älteste erhaltene Gebäude ist die St. Georg Basilika (bazilika sv. Jří) aus dem Jahre 921, die Gestaltung der Burg hat jedoch am stärksten die Gotik geprägt. Bei einem Besuch sollten Sie sich vor allem den monumentalen St. Veitsdom, den Königspalast mit Vladislavský - Saal und die nördliche Befestigung mit drei Türmen nicht entgehen lassen.  Vergessen Sie auch nicht, die Goldene Gasse (Zlatá ulička) und den Königsgarten  zu besuchen. Im Areal der Prager Burg können Sie auch verschiedenste Expositionen und Dauerausstellungen besuchen. Die Gartenliebhaber möchten wir  auf die Möglichkeit, die Palastgärten unter der Prager Burg zu besuchen, aufmerksam machen. Es handelt sich um einen Komplex von wunderschönen Terrassengärten mit Residenzen der Adeligen in der Strasse Valdštejnská. Wir empfehlen jedoch, sich im Voraus über die Öffnungszeit der Gärten zu informieren.

Unter Kaiser Karl IV. und seinem Sohn Wenzel IV. erblühte die Stadt als Kaisersitz des Heiligen Römischen Reiches in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wirtschaftlich, kulturell, politisch und auf vielen weiteren Gebieten. Hier wurde 1348 die Karls-Universität als erste Universität in Mitteleuropa gegründet. Die Prager Universität war somit die erste deutsche Universität. Durch den Bau der Prager Neustadt im selben Jahr wurde die Agglomeration mit weit über 40.000 Einwohnern viertgrößte Stadt nördlich der Alpen und hinsichtlich ihrer Fläche drittgrößte Stadt in Europa. Ab dem Jahr 1419 wurde sie jedoch in den Hussitenkriegen schwer erschüttert und teilweise zerstört.

Ende des 16. Jahrhunderts machte Kaiser Rudolf II. Prag wieder zur Residenzstadt. Von dieser Zeit zeugen prachtvolle barocke Palais und Kirchen. Durch den zweiten Prager Fenstersturz wurde dann der Dreißigjährige Krieg ausgelöst, und auch der Siebenjährige Krieg hinterließ Spuren.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts erlebte Prag einen bedeutenden kulturellen Aufschwung. Es entstanden unter anderem das Nationalmuseum und das Nationaltheater. Um 1860 verlor Prag seine seit dem Mittelalter bestehende deutsche beziehungsweise deutschsprachige Bevölkerungsmehrheit. Bei der tschechoslowakischen Volkszählung von 1930 gaben noch 42.000 Prager Deutsch als Muttersprache an, sie lebten vor allem im Stadtzentrum (Stadtteile Altstadt und Kleinseite).

Prag ist unsere wichtigste denkmalgeschützte Stadt. Seit 1992 steht der historische Kern mit einer Fläche von 866 ha auf der UNESCO - Weltkulturerbeliste.

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